Caravan


Erfreulicherweise finden sich einige Vermieter von Ferienhäusern und Ferienwohnungen, bei denen auch Vierbeiner willkommen sind. Oftmals ist der Urlaub mit Hund jedoch problematisch und die relativ seltenen Unterkünfte für den Urlaub mit Hund sind schnell belegt.
Als Alternative hat sich schon manch ein Hundefreund zur Anschaffung eines Wohnwagens oder für ein Wohnmobil entschieden.
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Die meisten Campingplätze stehen dem Camping mit Hund offener gegenüber als viele Hotelanbieter oder Privatvermieter. Die Ungebundenheit und die Naturnähe machen den Urlaub mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen auch für den Hund zum Erlebnis. Die Meisten Haustiere vertragen das Autofahren recht gut, sofern die Strecken in möglichst kurze Abschnitte aufgeteilt werden. Diese kürzeren Etappen sind vor allem dann gut zu planen, wenn man auf der Reise sein eigenes Heim dabei hat.




Was taugt ein Wohnwagen ?
( subjektive Anmerkungen der Redaktion )

Wohnwagen und Wohnmobile werden schon lange nicht mehr in einer durchgängigen Produktionskette innerhalb eines einzelnen Unternehmens hergestellt. Heutige Caravans und Reisemobile sind im Prinzip nur noch eine Zusammenstellung von Zulieferkomponenten, die mehr oder weniger sinnvoll zurechtgedengelt zu einem fertigen Produkt zusammengeschustert werden. Ob als hochpreisiges Nobelgefährt oder als preiswerte Alternative aus dem Lowcostsegment des Marktes, im Detail betrachtet finden sich immer wieder die selben Komponenten, meist aus fernöstlichen Quellen. Der Volksmund spricht gerne und leider auch treffend von typischen Chinamüll.
Lange vorbei sind die Zeiten, als Markenhersteller auch tatsächlich qualitativ adäquate Komponenten, teils sogar aus eigener Fertigung, in teuren Fahrzeugen verbauten. Heute ist es ziemlich egal geworden, ob der Wagen aus einem billigen osteuropäischen Schrauberladen oder einer mitteleuropäischen Nobelschmiede stammt. Die Verarbeitung der Inneneinrichtung bzw. des Mobiliars mag Unterschiede noch verdeutlichen. Spätestens bei den technischen Zulieferteilen hat jede Individualität ihr Ende.
Auf Messen und in den Ausstellungsräumen der Händler machen alle Fabrikate noch einen meist ordentlichen Eindruck. Nach kurzem Praxiseinsatz sind es dann immer die zugelieferten Baugruppen oder Gerätschaften, an denen das Vergnügen zu scheitern droht. Als Kunde muss man schon recht dickfellig sein, und es bedarf eines gewissen Improvisationstalents, um eine Urlaubstour mit funktionsfähiger Technik zu absolvieren. Ständig ist die Kreativität des Benutzers gefragt, wenn mal wieder ein Bauteil den Geist aufgibt.
Wer nun meint, alle entstehenden Mängel auf Garantie beheben lassen zu können, stellt schnell fest, dass die jährliche Kilometerleistung zu erheblichen Teilen aus dem Pendelverkehr zwischen Standort und Vertragshändler besteht. Urlaube sind dann die Zeitfenster zwischen den Werkstattbesuchen. Gerade die luxuriös ausgestatteten Wohnmobile und Wohnwagen der Oberklasse sind mit den vielfältigsten Spielereien versehen, sodass die Zahl möglicher Ausfälle und Defekte nahezu unermesslich ist. Wenigstens ist bei diesen Ausstattungsvarianten gewähleistet, dass man die bequemste Art, zur Werkstatt zu fahren gewählt hat.


Wer nicht ständig auf dem Hof des Händlers seines Vertrauens die Zeit verbringen will, wird zwangsläufig zur Selbsthilfe greifen. Basteln und Improvisieren ist ein Hobby, welches man mögen sollte, wenn man sich der Campergemeinde verschreiben möchte.
Standardaufgaben im Alltag eines jeden Campers sind das Nachziehen loser Verschraubungen, weil ein Satz Sprengringe für die sensibelsten Schrauben ja mindestens 20 Cent kosten würden, und das muss bei der Fertigung eingespart werden.
Innerlich zerbröselnde Schliesszylinder wegen billiger Legierungen, zu dünne und daher lappig schliessende Plastikgriffe an Fenstern und Türen, binnen Wochen aushärtende Gummidichtungen mit sparsamstem Anteil an Naturkautschuk sind nur der Anfang. Elektroschalter mit Flackereffekt zeugen von innerer Oxidation in Rekordzeit. Verkleidungsteile, aus Kostengründen geklemmt, geklipst, gesteckt, gerastet oder sonstwie lieblos hingetackert, verlassen regelmässig ihren vorgesehenen Platz. Die eine oder andere solide Verschraubung hätte ja auch die Montagezeit um wertvolle Sekunden erhöht.
Leitungsquerschnitte in der Verkabelung sind generell auf das gerade noch erträgliche Mindestmass ausgelegt, was bei Beleuchtungen immer wieder zu interessanten Dimmeffekten führt, sobald weitere Verbraucher aktiviert werden. Lauwarme Elektroleitungen verbrauchen einen erheblichen Teil des wertvollen Batterievorrats - man spart's ja dann an der Heizung...

Besondere Leckerbissen sind undichte Ablassventile in der Wasseranlage. Die O-Ringe sind nach jeder Sommersaison so ausgehärtet, dass an wirkliche Abdichtung nicht mehr zu denken ist. Es tropft und sabbert, sobald man einen solchen Hahn zwecks Winterentwässerung einmal benutzt hat. Sehr vertrauenerweckend ist die Montage unmittelbar neben einer Hochvolt-Stromverteilung. Früher hielten solche O-Ringe durchaus viele Jahre, ohne zu verspröden. Das ist heute nicht mehr zu erwarten.
Ob man wirklich einen dreiflammigen Gasherd im Urlaub braucht, mag jeder für sich selbst beantworten. Meist sind ein oder zwei Flammen für die kleine und schnelle Küche vollkommen ausreichend. Schnell wünscht man sich aber eine Herdversion mit den Dimensionen einer Grossküche mit weit mehr Brennstellen, damit wenigstens noch eine einzige funktioniert. Thermoelemente waren einst noch funktionsfähig, als ein Küchenherd schon lange dem Rostfrass zum Opfer gefallen war, und einzig noch die Emailleschicht das alte Stück zusammenhielt. Seit diese Sensoren nur noch auch chinesischen Mülltonnen bezogen werden, verrecken sie schon in der ersten Saison und so verabschiedet sich eine Brennstelle nach der anderen. Funktioniert noch eine einzige der 3 vorgesehenen Flammen am Ende einer Urlaubsreise, weiss man, warum der "Markenherd" drei dieser Flammvorrichtungen besitzt.
Heizungen werden dann besonders nervig, wenn mal wieder der Temperatursensor meint, er müsse nachzünden. Das darauf folgende ständige Ticken der Zündautomatik endet aber spätestens, sobald die kleine 1,5 Volt Batterie restlos leer ist. Für einen Neustart des Ofens braucht man dann nur die AA-Batterie zu erneuern und das Spiel beginnt von neuem. Die mit Klammern befestigte Frontverkleidung des Ofens abzunehmen, ist ein weiteres Vergnügen. Sie landet dann schnell im Laderaum, weil man nach dem Ofenstart ja nicht jedesmal die Verkleidung demontieren mag, um die Batterie über Nacht zu entnehmen.
An schief ziehende Fensterrollos, die ständig Falten schlagen, weil das Material mit den auftretenden Temperaturdifferenzen einfach nicht zurechtkommen, kann man sich gewöhnen. Knackgeräusche in Decken- und Wandverkleidungen zeugen von nicht beachteten Fertigungstoleranzen, was trotz des Wissens um die Ursachen den Schlaf nicht verbessert.
Dass die irre teuren Absorberkühlschränke auf Gasbetrieb allesamt nicht mehr zuverlässig funktionieren, liegt nicht am technischen Prinzip. Vor 20 Jahren haben diese Dinger stets ihren Dienst getan. Gegen teuer ist da im Allgemeinen nichts einzuwenden, schliesslich ist es die einzige Möglichkeit, geräuschlos und leistungsfähig für Kühlung zu sorgen, und die Technologie ist sicher aufwendig. Aber funktionieren sollten diese Geräte trotzdem, obwohl sie inzwischen aus China kommen. Die Magnetdichtung härtet aus und wird undicht. Der spröde Plastikriegel an der Tür soll ein Öffnen während der Fahrt verhindern, was er aber nur kann, so lange er noch nicht zerbröselt ist.
Dass Wasserhähne im hochwertigen Chromdesign aus Hartplastik bestehen, mag der erwünschten Gewichtsersparnis geschuldet sein, aber man könnte sie auch so konstruieren, dass sie nicht an allen erdenklichen Nahtstellen sabbern. Wenn dann das Wasser auch noch den Microschalter erreicht, sind Fehlfunktionen der Wasserpumpe schnell erklärt. Zerlegt man den Wasserhahn, lacht die Korrosion entgegen. So filigran wie schlampig gefertigt, lässt sich das Innenleben des kleinen Schalters sorgsam reinigen und zurechtbiegen, zur Not tut's auch ein innovatives Konstrukt aus Quetschsteckern, die bei Bedarf die Wasserpumpe in Gang setzen.

Mit einem auf den Herd gestellten Kartuschenkocher, demontierter Ofenverkleidung, Handtüchern anstelle der defekten Rollos, einer mit Tape zugeklebten Kühlschranktür, mit Isolierband gedichtetem Wasserhahn, diversen Lüsterklemmen und Quetschverbindern in der Elektrik kehrt man gleichgültig geworden oder entnervt von der Reise zurück und denkt an die eine oder andere Begegnung mit anderen Campern, die mit ihrem 20 Jahre alten Zossen solche Probleme gar nicht kennen.

Wer heute Wohnwagen bauen will, braucht anscheinend keine fachspezifischen Kenntnisse mehr. Die Entscheidungsträger residieren im Urlaub ohnehin in Luxushotels, und richten den Focus innerbetrieblich auf rein kaufmännische Ziele. Billigst einkaufen, dem Produkt ein nettes Design, zugkräftiges Marketing... - und der Kunde testet die Serie, jedes Jahr ein neues Modell, die Lasten dieser unausgereiften Innovationen werden den Kunden und Händlern aufgebürdet. So funktioniert die produzierende Wirtschaft.
Wichtig ist ein funktionierender Fluss der angelieferten Komponenten und ein schneller Vertrieb. Vorbei sind die Zeiten hochwertiger Markenprodukte. Abgesehen von wenigen Produktionsbetrieben im Maschinenbau, wo erfahrene Ingenieure noch wissen, wie ein Produkt die Mindestgarantiezeit übersteht, oder der wenigen Sparten, in denen nicht das schnelle Massenprodukt im Vordergrund steht, sehen wir Verbraucher uns einer Flut von trendigen Konsumgütern gegenüber, deren Halbwertzeit bereits bei Auslieferung überschritten ist. Leider gehören auch Wohnwagen und Wohnmobile inzwischen in diese Kategorie. Da das Angebot am Markt uns aber keine Alternativen gibt, werden wir auch diesen Chinaschrott kaufen. Wir werden uns daran gewöhnen, und schliesslich werden wir diese Zerfallsprodukte des schnellen Geldes klaglos hinnehmen, als normal betrachten, und letzten Endes die Messlatte zur Zufriedenheit so tief anlegen, dass wir diese Billigprodukte als das Mass der Dinge akzeptieren.

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